5. Allgemeine Verweise
Der einmalige Erfolgszug des WorldWideWeb hat zu der paradoxen Situation geführt, daß uns heutzutage eher zuviel als zuwenige Daten zur Verfügung stehen.
Es wird zunehmend zum Problem, aus der anschwellenden Datenflut die benötigten Informationen herauszufiltern und im sich immer weiter ausbreitenden Morast aus falschen Daten, veralteten Information, unvollständigen und damit unbeabsichtigt oder sogar bewusst irreführenden Angaben, manipulierenden Mitteilungen, leichtfertig geäussertem Halbwissen (knapp daneben ist nunmal auch vorbei) und aufgegebenen oder dahinvegetierenden Webseiten nicht zu versumpfen.
Der absolute Königsweg besteht natürlich darin, diesen Sumpf einfach weiträumig zu umgehen und sich bei wichtigen konkreten Fragen direkt an die Experten zu wenden.
Aber auch von Menschenhand gepflegte Linksammlungen und Verzeichnisse bieten in diesem Datenmorast wichtige Orientierungshilfen, um festen Boden unter den Füßen zu behalten, —sie können dafür aber naturgemäß nur einen winzig kleinen Ausschnitt des WorldWideWeb abdecken.
Suchmaschinen bieten dagegen aufgrund ihrer automatischen Erfassung eine wesentlich höhere Abdeckung, dafür man bei ihnen aber eine deutlich schlechtere Ergebnisqualität in Kauf nehmen.
Ausserdem sollte man trotz der höheren Abdeckung keinesfalls dem Trugschluß
Was man mit Google    nicht findet, das gibt es nicht...
verfallen. Denn dabei wird leider völlig übersehen, daß
  • zum einen alle Suchmaschinen auch nur einen gewissen Bruchteil des Webs indiziert haben
und daß
  • sich zum anderen ein Großteil des Wissens dieser Welt im sogenannten Invisible Web befindet, d.h. zum Beispiel in spezialisierten Datenbanken wie den Genios- Wirtschaftsdatenbanken, deren Inhalte sich systemimmanenterweise dem Zugriff der üblichen Suchmaschinen entziehen. So kann man zwar durchaus auch via Internet auf das gesammelte Wissen der großen Enzyklopädien zugreifen —aber nur nach vorheriger Anmeldung an der betreffenden Datenbank sowie Entrichtung eines gewissen Betrages.
Zu all dem kommt noch die ungeheure Flüchtigkeit des Web hinzu. Doch lesen Sie dazu das Special
Das Gedächtnis des WWW
Wie oft haben Sie schon in Ihre Bookmarks eine Webseite mit interessanten Informationen aufgenommen, nur um dann Monate später festzustellen, daß dieser Verweis nicht mehr gültig ist, weil die Webseite gar nicht mehr existiert, intern umorganisiert wurde, oder auf eine andere Domain umgezogen ist?

Fast noch schlimmer ist es, wenn man feststellt, daß die betreffenden Webseiten zwar noch existieren, aber zwischenzeitlich so überarbeitet wurden, daß sich die Aussage wesentlich geändert hat. Assoziationen zu Orwell's 1984, in welchem einfach nachträglich die Berichte der Zeitungen überarbeitet wurden, um misssliebige Ereignisse anders darzustellen, kommen dabei auf.
Das Web-Archiv kann unter Umständen (also wenn es die betreffende Webseite schon zuvor erfasst hatte) dabei helfen, solche verlorengegangene oder zwischenzeitlich veränderte Inhalte wieder zu rekonstruieren.